Turnen auf Tschechisch

Über die Vernissage der neuen Ausstellung „Von Jahn zu Tyrš“ im Tschechischen Zentrum München, welche der länderübergreifenden Geschichte der tschechischen Turnbewegung Sokol gewidmet ist.

Obwohl das Tschechische Zentrum München mit seinen kulturellen Veranstaltungen ein möglichst breites Publikum ansprechen möchte, taucht hin und wieder etwas im Programm auf, das wirklich unverkennbar tschechisch ist.

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Historische Materialien aus der Ausstellung | (c) Tobias Melzer

So war es zum Beispiel am 17. Juli 2014 bei der Eröffnung der Ausstellung „Von Jahn zu Tyrš“. Gäste ohne Tschechisch-Kenntnisse waren an diesem Abend deutlich in der Minderheit, aber dafür waren die ausgestellten Materialien umso einzigartiger. Auch die Authentizität der selbstgemachten chlebíčky (dt.: belegte Schnittchen) beim Buffet war augenscheinlich.

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Tschechischer Gegenwartsfilm für Anfänger

Im Interview mit „Schaufenster Tschechien“ erzählt die Filmjournalistin Jana Podskalská von den Höhen und Tiefen der modernen tschechischen Kinematografie.

Selten trifft man auf jemanden, der so viel Einsicht in die aktuelle tschechische Filmindustrie hat, wie Jana Podskalská, Filmjournalistin und Kritikerin bei der Tageszeitung Deník. Ihre Begeisterung für die Kinematografie begann als die gebürtige Pilsnerin noch Schülerin war. Bevor sie überhaupt mit ihrer journalistischen Ausbildung angefangen hatte, besuchte Podskalská schon Vorlesungen zum Thema Film an der Karls-Universität in Prag.

Nun kann sie auf eine mehrjährige Berufserfahrung in der Branche zurückblicken und weiß sehr genau, was den tschechischen Film ausmacht: Es ist dieser spezielle Humor, nicht ganz so trocken wie in Großbritannien, doch oft schwarz und sarkastisch, wie zum Beispiel in den Filmen von Petr Zelenka und Robert Sedláček, oder etwas milder, wie bei Jan Svěrák oder Alice Nellis. „Man sagt, dass wir schwejkieren, dass wir schwerwiegende Sachen verharmlosen und nicht komplett ernst nehmen.“, erklärt Podskalská. „Der Begriff kommt aus der Literatur und bezieht sich auf die Hauptfigur von Jaroslav Hašeks Osudy dobrého vojáka Švejka za světové války (dt.: Die Abenteuer des guten Soldaten Schwejk im Weltkrieg).“

Revival

In Alice Nellis‘ Film Revival ist der tschechische Humor reichlich vorhanden | IN Film Praha

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Karel Kryl: der singende Dichter, der dichtende Sänger

Ein Abend voller unbekannter Lieder und Gedichte von einem der bedeutendsten tschechischen Sängers des letzten Jahrhunderts

Der 25. Juni 2014 wird als der Tag in die Geschichte eingehen, an dem im Tschechischen Zentrum München die Stühle ausgegangen sind. Bei vollem Haus wurde in Zusammenarbeit mit der Ackermann-Gemeinde eine Gedenkfeier der ganz besonderen Art veranstaltet.

Im Mittelpunkt stand eine wahre Legende der tschechischen Kultur: Der Sänger und vehemente Gegner unmenschlicher Politik Karel Kryl, der in der Zeit nach der Niederschlagung des Prager Frühlings berühmt wurde und dessen Lieder – mal trotzig, mal voller Klagen – die Stimmung ganzer Generationen wiedergab. Wäre Kryl nicht 1994 an einem Herzinfarkt gestorben, hätte er im April dieses Jahres seinen 70. Geburtstag gefeiert.

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(V. r. n. l.) Direktor des Tschechischen Zentrum München Ondřej Černý, Herausgeber Jan Šulc, Dolmetscherin Zuzana Jürgens sowie Karel Kryls Ehefrau Marlen | (c) Lothar Palsa

Zu Gast waren Kryls Ehefrau Marlen Kryl sowie der Herausgeber Jan Šulc. Der Star des Abends war aber zweifellos der Liedermacher selbst. Denn dank zahlreicher – größtenteils unbekannter – Aufnahmen konnte klar gezeigt werden, dass seine Kompositionen noch heute imstande sind, ein Publikum zu berühren, obwohl mittlerweile zwanzig Jahre seit seinem frühen Tod vergangen sind.

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