Deutsch-tschechisch-slowakische Begegnung – „Grenzen? Überwinden!“

Die Junge Aktion der Ackermann-Gemeinde, ein deutsch-tschechisch-slowakischer Jugendverband, lud Ende Dezember wieder zu ihrer großen Silvesterbegegnung ein. Diesmal waren auch Mitglieder des Hauptverbandes, der Ackermann-Gemeinde, dabei. Die Ackermann-Gemeinde wurde ursprünglich 1946 von katholischen Heimatvertriebenen aus Böhmen und Mähren gegründet und setzt sich auf der Basis christlicher Werte für Versöhnung in Mitteleuropa ein. Natascha Hergert, derzeit als europäische Freiwillige bei der Organisation Antikomplex in Prag tätig, war bei der Silvesterbegegnung dabei und berichtet davon, wie das Miteinander der Generationen geklappt hat.

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„Grenzen? Überwinden!“ – und dabei gemeinsam feiern, das war beim traditionellen deutsch-tschechisch-slowakischen Silvester der Jungen Aktion problemlos möglich. Zum Jahresende trafen sich die Teilnehmer der Begegnung am 28. Dezember 2014 in Weil der Stadt bei Stuttgart, wo sie von viel Schnee, Temperaturen unter null Grad, alten Freunden und neuen Bekannten begrüßt wurden.

Landesgrenzen hatten viele schon bei ihrer Ankunft hinter sich gelassen und kulturelle Grenzen gibt es für junge Menschen aus Mitteleuropa ohnehin keine. Auch die im mitteleuropäischen Alltag oftmals noch bestehende Sprachbarriere rückte in diesen Tagen in den Hintergrund: So wurde das gesamte Programm gedolmetscht; dies wurde dabei nicht von professionellen Dolmetschern, sondern von den Teilnehmern selbst übernommen. Lukáš Duliček, Monika Traubová, Daniel Kolář, Christoph Mauerer und Matthias Melcher absolvier(t)en einen Europäischen Freiwilligendienst in Deutschland, Tschechien oder der Slowakei – mit den dabei erworbenen Sprachkenntnissen trugen sie zum Gelingen der Silvesterbegegnung bei und motivierten auch die anderen Jugendlichen zum Erlernen der Nachbarsprache. So gab es jeden Tag einen sprachlichen Programmpunkt – die „I like to mluvit“-Einheiten. Dabei handelte es sich um Sprachanimationen, bei denen Christoph Mauerer den Jugendlichen auf spielerische Art und Weise die deutsche, tschechische und slowakische Sprache näherbrachte. Gemäß dem Wortspiel mit dem Soundtrack des Filmes Madagascar und „mluvit“, dem tschechischen Wort für „sprechen“, konnten die Teilnehmer für die Sprachen der mitteleuropäischen Nachbarländer begeistert werden.

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Die vergessenen Ecke Tschechiens

Trotz des starken, heftigen Schneefalls sind am Dienstag, den 27.1.2015, viele Leute ins Tschechische Zentrum München gekommen, um sich über Urlaubsmöglichkeiten in der Region Olmütz (Olomoucký kraj) sowie im Altvatergebirge (Jeseníky) zu informieren. Der im Nordmähren gelegene Landstrich mit dem rauen Charme unberührter Natur, zahlreichen Kurorten und Heilbädern, mit Wander- und Radwegen oder Skipisten und einer hervorragenden Gastronomie könnte schon bald kein Geheimtipp mehr sein.

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Bereits im Flur lagen zahlreiche englisch- und deutschsprachige Prospekte über die Regionen zum Mitnehmen aus. In den nachfolgenden Präsentationen, vorgestellt von Josef Tetera (Region Olmütz) und Andrea Závěšická (Altvatergebirge – Tourismusverband), erhielten die Besucher viele Inspirationen für den nächsten Sommer- oder Winterurlaub. Der besondere Reiz dieser Region liegt darin, dass wirklich für alle etwas dabei ist: Der Aktivurlauber kommt hier ebenso auf seine Kosten wie der geschichtsinteressierte Besucher oder der Erholungssuchende. Dementsprechend groß war auch das Interesse: Der Saal war brechend voll, zahlreiche Journalisten und Reisebüros waren anwesend. Zur Eröffnung sprachen der tschechische Generalkonsul in München Milan Čoupek, die Heimatpflegerin der Sudetendeutschen Zuzana Finger, sowie die Stellvertreterin des Bezirkshauptmanns der Region Olmütz Yvona Kubjátová. Das Bestreben, das Altvatergebirge und die Olmützer Region auch in Deutschland bekannter zu machen, war offensichtlich groß.

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Die kleinen Pilsner Geschichten außerhalb der Geschichtsbücher

Am 2. Februar präsentierte sich Pilsen im Ostlesesaal der Bayerischen Staatsbibliothek dem Münchner Publikum als Europas Kulturhauptstadt 2015. Obwohl die Süddeutsche nur einige Tage vor der Veranstaltung den Kulturhauptstadt-Titel in einem Artikel als „Milliarden-Schwindel“ bezeichnet hatte, worauf die Redner auch mehrmals Bezug nahmen, mussten die Organisatoren wegen des großen Interesses und Überfüllung den Anmeldeschluss sogar vorziehen. Die einzelnen Akteure konnten so in dem mehrstündigen Themenabend vor einem vollen Saal die vielen Facetten und große sowie kleine Geschichten ihrer Stadt vorstellen.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

„Zur Geschichte gehören eben auch die kleinen Geschichten; die Geschichten der Menschen rund um uns, nicht nur diejenigen, die in die Geschichtsbücher aufgenommen worden sind,“ führte Antonín Kolář, ein Geschichts- und Literaturlehrer des Pilsner Masaryk-Gymnasiums, das Publikum in seine Arbeit mit Schülern ein. „Wir sollten nach den vergessenen Namen und Schicksalen fragen, nach ihnen suchen.“ Das Tagebuch von Věra Kohnová, die „Anne Frank“ Pilsens, sei eine der „kleinen“ Geschichten, die ein Teil des gerade im Unterricht entstehenden Internetblogs der Schüler werden soll.

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