„Ohne Herz und Seele geht das nicht“

Valentin Stüberl

Das Valentin Stüberl | © Tobias Melzer

Ein Gespräch mit Filip Černý, dem Besitzer vom kultigen Valentin Stüberl, der einzigen waschecht böhmisch-bayerischen Kneipe Münchens.

Das Valentin Stüberl im entspannten Dreimühlenviertel ist für München keine typische Bar. Die Atmosphäre ist eher die eines schrullig möblierten WG-Wohnzimmers als eines gestylten Etablissements. Sitzplätze gibt es nur wenige, und die, die es gibt, kann man nicht reservieren. Geschlossene Veranstaltungen werden nicht zugelassen. Wer hier feiern möchte, sollte einfach möglichst früh da sein, um sich einen Platz zu sichern.

Im Lokal haben Stammgäste offensichtlich Vorrang. Und diese sind erstaunlich bunt gemischt für eine Szenekneipe – von jungen Musikern und Studenten bis hin zu Bankern und einer 85-jährigen Dame, die fast jeden Abend dabei ist: „Leute, die sonst niemals aufeinander treffen würden“, so Betreiber Filip Černý.

Auch er ist nicht so, wie man sich einen erfolgreichen Gastwirt vorstellt. Als wir uns im Biergarten des Bavarese, seinem gegenüberliegenden Restaurant, treffen, wirkt Černý locker und bodenständig. Heute früh hat der gebürtige Prager sein Lokal selbst gereinigt, weil die Putzfrau krank geworden ist. „Ein Mädchen für alles, das ist der Gastronom. Da muss man mal Hausmeister sein, mal Putzfrau; manchmal bin ich der Schankkellner, manchmal bin ich der Kellner, manchmal der Spüler“, erklärt er mit einem Lächeln. Weiterlesen

Advertisements

Münchner Kindl ve škole

Ein Workshop im Rahmen der Ausstellung „Radek Pilař für Kinder“

Es sind Fragen, die sich viele im Ausland lebende Eltern stellen müssen: Was kann ich tun, damit mein Kind nicht nur bloß zu Hause unsere Heimatssprache spricht? Wie kommt es in Kontakt mit Gleichaltrigen, die ähnliche Wurzeln haben? Und was passiert, falls wir eines Tages zurückkehren? Wird mein Kind in der dortigen Schule noch mithalten können?

Für tschechische Eltern in der bayerischen Landeshauptstadt gibt es aber mittlerweile eine eindeutige Antwort auf solche Fragen: die Tschechische Schule ohne Grenzen (tsch.: Česká škola bez hranic). Sogar aus Augsburg und Ingolstadt reisen Eltern wöchentlich an, damit ihre Kinder vom Angebot der Schule profitieren können.

Vor sechs Jahren wurde die Schule ins Leben gerufen – eine von insgesamt dreien in der Bundesrepublik. Sie ist Teil eines internationalen Vereins, der auch über die Grenzen Europas tätig ist, etwa in Australien und den Vereinigten Staaten. Seit ihrer Gründung setzt sich die Schule für die vertiefte Vermittlung des Tschechischen sowie der Heimatkunde außerhalb der Heimat ein. München sind solche Initiativen keineswegs fremd – ein polnischer Vorgänger existiert bereits seit 1984. Auch die tschechische Schule hat sich rasch zu einem wichtigen Bindeglied in der hiesigen deutsch-tschechischen Zusammenarbeit entwickelt. Weiterlesen