Materielles im Mittelpunkt

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Schmuck von Zdena Roztočilová bei der Vernissage | Foto: © Tobias Melzer

Ein Rückblick auf die Ausstellung „Purity of Materia – Zeitgenössischer tschechischer Schmuck 2016“, die letztes Jahr im Tschechischen Zentrum München zu sehen war.

Beim Besuch eines archäologischen Museums oder einer Antikensammlung, staunt man oft nur darüber, wie wenig sich Schmuckdesign über die Jahrhunderte hinweg verändert hat. Ob Halskette, Ring oder Brosche, die Grundformen sind im Prinzip gleich, die Techniken noch ähnlich. Das menschliche Bedürfnis, oder zumindest der Wunsch danach, sich mit tragbaren Objekten zu verzieren, geht offensichtlich tief.

Was würde die Nachwelt aber wohl über die Schmuckstücke sagen, die im Rahmen der Ausstellung „Purity of Materia – Zeitgenössischer tschechischer Schmuck 2016“ gezeigt wurden?

Schon zum siebten Mal präsentierten im Tschechischen Zentrum München ausgewählte Schmuckkünstler aus dem Nachbarland innovative neue Werke. Der Augenschmaus, der daraus folgte, sprengte den üblichen Rahmen der Bijouterie und stellte das Verhältnis zwischen Form und Material plakativ infrage. Es waren ohne Zweifel bezaubernde Formen dabei – Formen, die manchmal so zart wirkten, dass man Angst hatte, ein zu tiefer Atemzug könne sie zerstören. Aber das, was wirklich herausragte, war das rohe Material, der Urstoff, aus dem die Künstler ihren Schmuck hergestellt hatten.

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Material nach vorne | Foto: © Tobias Melzer

Und was für Materialien das waren! Schmetterlingsflügel, geschäumtes Glas, Kunstharz, Steinimitate – all das und noch mehr fand hier seine geistreiche Verarbeitung. Von Oldřich Sládeks golfballartigen Ansteckern bis hin zu Zdena Roztočilovás erdigen Armbändern, vergebens suchte man einen Stück, bei dem das ursprüngliche Material nicht immer wieder in den Vordergrund trat.

Die von Julie Bergmann und Jiří Šibor kuratierte Ausstellung verstand sich zugleich als tschechischer Beitrag zur Reihe Schmuck der Internationalen Handwerksmesse. Der alljährliche Branchentreff lockt Menschen aus aller Welt nach München. Nicht wenig von ihnen haben auch noch den Weg in die Prinzregentenstraße 7 gefunden. Hier konnten sie die einzigartigen Stücke hautnah bewundern und selbst erkennen, weswegen Schmuck aus Tschechien mittlerweile als Synonym für Spitzendesign und feinsinniges, erfinderisches Kunsthandwerk gilt.

Für diejenigen, die es verpasst haben, gibt es gute Nachrichten: Bereits kommenden Donnerstag wird die diesjährige Schmuckausstellung im Tschechischen Zentrum feierlich eröffnet.  Mit Werken der international anerkannten Künstler Václav Cigler, Svatopluk Kasalý, Jaroslav Kodejš und Josef Symon, verspricht sie einen wahren Meisterkurs des Schmuckdesigns. Man darf also gespannt sein.

Die neue Ausstellung „Pioneers of Czech Modern Jewellery – Zeitgenössicher tschechischer Schmuck 2017“ läuft vom 10. März bis 28. April 2017 im Tschechischen Zentrum München. Am 9. März findet ab 19 Uhr die Vernissage statt. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Autorin: Frances Jackson


Weitere Impressionen der Ausstellung | Fotos: © Tobias Melzer

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