Ausstellung im HDO München ab 12. Juni

Allein nach Bayern sind in den Jahren 1945 – 1948 zwei Millionen Deutsche gekommen, die ihre Heimat im Osten Europas verlassen mussten, darunter waren – schon wegen der geographischen Nähe – rund eine Million aus Böhmen und Mähren, den Sprachinseln Olmütz, Wischau, Brünn und Iglau und aus Prag.

Das Haus des Deutschen Ostens (HDO) in München wird im Juni eine Ausstellung eröffnen, die sich mit den Folgen von Heimatverlust und Traumatisierung durch Gewalt und Hunger auseinandersetzt, welche Deutsche aus dem Osten und Südosten Europas vor 70 Jahren erfahren haben. Die Ausstellung wird zurzeit im HDO erarbeitet und trägt den vorläufigen Titel „Mitgenommen – verlorene Heimat in Dingen“.

Auch heute ist wieder eine große Anzahl von Menschen auf der Flucht aus Syrien, dem Irak, Afghanistan, Eritrea oder Somalia. Das Gedenkjahr 2015 erhält so auch für die Dokumentation im HDO eine beispielhafte Aktualität.HDO-Fassade 005

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Göttliches Design aus Tschechien

Auch dieses Jahr stellen tschechische Jungdesigner im Rahmen der Ausstellung „New G(o)ods!“wieder zahlreiche kreative Ideen aus den Bereichen Grafik-, Mode-, Produkt- und Industriedesign im Tschechischen Zentrum München vor.

Nach einer erfolgreichen Präsentation im österreichischen Graz traf die Wanderausstellung New G(o)oods 2013! am 30. September 2014 auch in München ein. Zur Eröffnung im Tschechischen Zentrum München sprach Dr. Corinna Rösner, die Landeskonservatorin der Neuen Sammlung – The International Design Museum Munich und somit ein wichtiger Gast für die Ausstellung. Doch damit nicht genug: Außer ihr kamen zur Vernissage Dr. Angelika Nollert, die Direktorin Der Neuen Sammlung, sowie der Generalkonsul der Tschechischen Republik in München, Milan Čoupek. Auch wenn es draußen regnete, die Atmosphäre im Ausstellungsraum war sonnig. Bei einem Glas guten Weines bestaunten die Gäste die ausgestellten Arbeiten und einfallsreichen Ideen tschechischer Designstudenten/innen.

Bei der Vernissage

Bei der Vernissage, © Josef Majrych

New G(o)ods! ist als Wanderausstellung konzipiert und wird jedes Jahr in den Tschechischen Zentren auf der ganzen Welt gezeigt. Ausgestellt werden Arbeiten von Studenten/innen der Hoch-, Mittel- und Fachhochschulen, die eine mehrstufige Bewertung im Wettbewerb um den Nationalen Preis für studentisches Design erfolgreich durchlaufen haben. Die Ausstellung wurde schon in New York, Wien, München, Graz, Budapest, Bratislava, Bukarest, Sofia, Den Haag und Moskau präsentiert. Weiterlesen

Über Google zur Kunst

Vernissage Hubálek

Bei der Vernissage von „Confidential Reports“

Die Ausstellung „Confidential Reports“ zeigt eine neue Reihe von figuralen Gemälden des tschechischen Malers Jabuk Hubálek.

Wer glaubt, etwas Fotografisches in den Gemälden Jakub Hubáleks zu erkennen, ist sicherlich auf der richtigen Spur. Denn viele seiner Werke sind auf Grundlage von Bildern entstanden, über die der junge Künstler im Internet gestolpert ist: „Ich benutze Google häufig als Inspirationsquelle, da kann man sich das aussuchen, was einem passt“, sagt er dazu.

Seine in schwarz-weiß gehaltenen Gemälde, die zurzeit in der Münchner Projektgalerie MUNIKAT zu sehen sind, haben aber durchaus ein Eigenleben entwickelt und sind weit entfernt von den ursprünglichen Motiven. Oft sieht es so aus, als hätte jemand das Bild mit seinen Fingern berührt, bevor es trocken war, oder versucht, die Gesichter mit einem Radiergummi zu löschen. Schärfe trifft plötzlich auf wirre, verschwommene Umrisse; das Vertraute wird verfremdet.

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Zerschlagene Hoffnungen

Im Rahmen der Ausstellung „Das schicksalhafte Jahr 1968“ werden eindrucksvolle Fotografien der Niederschlagung des Prager Frühlings im Tschechischen Zentrum München präsentiert.

Das Jahr 1968 gilt in vielen Ländern als epochenprägend – eine Zeit von Umbruch, Gewalt und Widerstand. Von den Demonstrationen und Streiks in Frankreich über den Krieg in Vietnam bis hin zum tödlichen Attentat auf Martin Luther King wurde in fast jeder Ecke der Welt Geschichte geschrieben. Doch kaum irgendwo waren die Höhen und Tiefen des Jahres so groß wie in der Tschechoslowakei.

Mit dem Amtsantritt Alexander Dubčeks am 5. Januar 1968 begann ein tiefgreifender Reformprozess – ein Versuch, die Politik auf vielen Ebenen zu liberalisieren. Die Rede war vom „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ und auf einmal eröffneten sich neue kulturelle sowie gesellschaftliche Freiräume. Allerdings weckte dieses politische Tauwetter den Unmut der Sowjetunion; trotz einer Reihe Verhandlungen dauerte es nicht lange, bis die Machtinhaber in Moskau dem Geschehen in der Tschechoslowakei gewaltsam Einhalt geboten.

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Bilder aus der Ausstellung Das schicksalhafte Jahr 1968

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Turnen auf Tschechisch

Über die Vernissage der neuen Ausstellung „Von Jahn zu Tyrš“ im Tschechischen Zentrum München, welche der länderübergreifenden Geschichte der tschechischen Turnbewegung Sokol gewidmet ist.

Obwohl das Tschechische Zentrum München mit seinen kulturellen Veranstaltungen ein möglichst breites Publikum ansprechen möchte, taucht hin und wieder etwas im Programm auf, das wirklich unverkennbar tschechisch ist.

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Historische Materialien aus der Ausstellung | (c) Tobias Melzer

So war es zum Beispiel am 17. Juli 2014 bei der Eröffnung der Ausstellung „Von Jahn zu Tyrš“. Gäste ohne Tschechisch-Kenntnisse waren an diesem Abend deutlich in der Minderheit, aber dafür waren die ausgestellten Materialien umso einzigartiger. Auch die Authentizität der selbstgemachten chlebíčky (dt.: belegte Schnittchen) beim Buffet war augenscheinlich.

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Ganz nah dran: Erzherzog Franz Ferdinands Hoffotograf Rudolf Bruner-Dvořák

Die Ausstellung  „Kaiser Franz Josef und Franz Ferdinand. Fotografien von Rudolf Bruner-Dvořák aus der Sammlung Scheufler “ im Kulturforum im Sudetendeutschen Haus.

Hätte es den Boulevard-Journalismus damals gegeben, so wäre es der Traum eines jeden Paparazzi gewesen: Fotograf am kaiserlichen Hofe mit Einblicken in das Alltagsleben des Herrschers zu sein. Rudolf Bruner-Dvořák (1864-1921) gelang es, mit seinen Aufnahmen den vor 100 Jahren in Sarajevo erschossenen Thronfolger Franz Ferdinand so zu beeindrucken, dass er diese exklusive Stellung im Jahr 1891 erhielt. Einige Dutzend Aufnahmen, die Bruner-Dvořák vom Erzherzog Franz Ferdinand und von Kaiser Franz Josef machte und die aus der privaten Sammlung des tschechischen Fotohistorikers Pavel Scheufler stammen, sind derzeit im Kulturforum im Sudetendeutschen Haus in München zu sehen. Scheuflers Fotoarchiv umfasst mehr als 30 000 Negative und Positive, die überwiegend aus der Zeit der Habsburgermonarchie bis 1918 stammen.

Rudolf Bruner-Dvořáks Franz Ferdinand und Kaiser Franz Josef bei einem unbekannten Manöver (Quelle: Sammlung Scheufler)

Rudolf Bruner-Dvořáks Franz Ferdinand und Kaiser Franz Josef bei einem unbekannten Manöver (Quelle: Sammlung Scheufler)

Rudolf Bruner-Dvořák (1864-1921) stammte aus dem ostböhmischen Přelouč, seine fotografische Ausbildung absolvierte er im Jahr 1887 beim hochangesehenen Münchner Hoffotografen Carl Teufel. Seine Berufsgenossen gingen, vor allem auch aus finanziellen Gründen, meist der Porträt-Fotografie nach, Rudolfs Leidenschaft galt jedoch der Momentaufnahme bzw. Fotografien, die zur Veranschaulichung der Berichterstattung genutzt wurden. Angeblich lehnte er Anfragen nach Porträt-Bildern wiederholt mit der lakonischen Erwiderung Ich mache nur Kühe, Pferde und Fabriken, und all das sind Sie nicht…“ ab.

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Ein alltäglicher Krieg

Eröffnung der Ausstellung „Fotografen des Krieges 1914 – 1918“ im Tschechischen Zentrum München.

Der 100. Jahrestag rückt immer näher. Der Erste Weltkrieg ist in aller Mund. Seit einigen Monaten wimmelt es in München von Veranstaltungen, die das Attentat von Sarajevo sowie den darauf folgenden Kriegsausbruch erläutern und erörtern. Warum war keine diplomatische Deeskalation der Julikrise möglich? Was ist der heutige Erkenntnisgewinn bei pauschalen Schuldzuweisungen an bestimmte Nationen? Könnte sich eine internationale humane Katastrophe derartiger Proportionen im 21. Jahrhundert wiederholen?

Auch im Tschechischen Zentrum München wurde am 3. Juni 2014 in Zusammenarbeit mit dem Adalbert Stifter Verein eine neue Ausstellung zu diesem heiß diskutierten Thema eröffnet. Allerdings ist die Ausstellung „Fotografen des Krieges 1914 – 1918“ keine gewöhnliche Sammlung von Bildern aus dem Ersten Weltkrieg. Vergebens sucht man nach den Schützengräben der Somme. Tatsächliches Kampfgeschehen ist nirgendwo zu sehen.

Brongelówka in unserer Kueche -  čb

Gustav Brožs „Schlafen mit Mädchen“ aus Fotografen des Krieges 1914 – 1918, einer Ausstellung der Tschechischen Zentren, kuratiert von Jaroslav Kučera

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