René Spitz: Die Ästhetik der Dinge

Vortrag zur Eröffnung der Ausstellung Die Ästhetik der Dinge: Junges Design aus Tschechien und Deutschland im Deutschen Sparkassenverlag/DSV Kunstkontor am 27. Oktober 2016
Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Honorarkonsulats der Tschechischen Republik und des Tschechischen Zentrums München in Kooperation mit dem Design Cabinet CZ, dem Sparkassenverlag Stuttgart und dem Rat für Formgebung Frankfurt.

Prof. Dr. René Spitz, Professor an der Rheinischen Fachhochschule (RFH) Köln für Designtheorie, Internationales Design und Kommunikation; Designkritiker

spitz

Foto: Oliver Abraham, Köln

Sehr geehrter Professor Ilg,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

Freiheit ist uns ein hohes Gut. Für uns ist nur der Staat legitim, der seinen Bürgern persönliche Freiheit garantiert. Als tatsächlich durchgesetzte Wirklichkeit, alltäglich erlebbar, allseitig spürbar, realisierbar.

Vor fast hundert Jahren, am 28. Oktober 1918, trat die Washingtoner Erklärung in Kraft. Sie bildete die anerkannte Grundlage des damals neuen tschecheslowakischen Staates: Einer freien und demokratischen Republik, deren Presse frei und unabhängig berichten konnte, deren Gerichte frei entscheiden konnten, deren Bürgerinnen und Bürger ihre politischen Gremien auf Zeit wählen und ihren religiösen Glauben frei ausüben durften.  Allgemeines Wahlrecht, Gleichstellung der Frauen, Pressefreiheit, Justizfreiheit, Glaubensfreiheit, Gleichstellung aller ethnischen Zugehörigkeiten: Das sind die Fundamente eines modernen Staates nach unserem Verständnis. Wenn wir heute auf die Nachrichten aus aller Welt, auch aus Europa, blicken, sehen wir, dass diese Rechte in vielen, in zu vielen Staaten entweder in Gefahr sind oder ohnehin unterdrückt werden. Ein ziviler und demokratischer Rechtsstaat mag uns so selbstverständlich sein wie das Internet: Er ist halt einfach da. Nur in seltenen Momenten, wenn wir unsere Komfortzone wegen eines gewaltsamen Einbruchs verlassen, wird schlagartig offenbar, dass es sich um eine Errungenschaft der Moderne handelt, die auch geschützt werden muss. Weiterlesen

Göttliches Design aus Tschechien

Auch dieses Jahr stellen tschechische Jungdesigner im Rahmen der Ausstellung „New G(o)ods!“wieder zahlreiche kreative Ideen aus den Bereichen Grafik-, Mode-, Produkt- und Industriedesign im Tschechischen Zentrum München vor.

Nach einer erfolgreichen Präsentation im österreichischen Graz traf die Wanderausstellung New G(o)oods 2013! am 30. September 2014 auch in München ein. Zur Eröffnung im Tschechischen Zentrum München sprach Dr. Corinna Rösner, die Landeskonservatorin der Neuen Sammlung – The International Design Museum Munich und somit ein wichtiger Gast für die Ausstellung. Doch damit nicht genug: Außer ihr kamen zur Vernissage Dr. Angelika Nollert, die Direktorin Der Neuen Sammlung, sowie der Generalkonsul der Tschechischen Republik in München, Milan Čoupek. Auch wenn es draußen regnete, die Atmosphäre im Ausstellungsraum war sonnig. Bei einem Glas guten Weines bestaunten die Gäste die ausgestellten Arbeiten und einfallsreichen Ideen tschechischer Designstudenten/innen.

Bei der Vernissage

Bei der Vernissage, © Josef Majrych

New G(o)ods! ist als Wanderausstellung konzipiert und wird jedes Jahr in den Tschechischen Zentren auf der ganzen Welt gezeigt. Ausgestellt werden Arbeiten von Studenten/innen der Hoch-, Mittel- und Fachhochschulen, die eine mehrstufige Bewertung im Wettbewerb um den Nationalen Preis für studentisches Design erfolgreich durchlaufen haben. Die Ausstellung wurde schon in New York, Wien, München, Graz, Budapest, Bratislava, Bukarest, Sofia, Den Haag und Moskau präsentiert. Weiterlesen