„Ohne Herz und Seele geht das nicht“

Valentin Stüberl

Das Valentin Stüberl | © Tobias Melzer

Ein Gespräch mit Filip Černý, dem Besitzer vom kultigen Valentin Stüberl, der einzigen waschecht böhmisch-bayerischen Kneipe Münchens.

Das Valentin Stüberl im entspannten Dreimühlenviertel ist für München keine typische Bar. Die Atmosphäre ist eher die eines schrullig möblierten WG-Wohnzimmers als eines gestylten Etablissements. Sitzplätze gibt es nur wenige, und die, die es gibt, kann man nicht reservieren. Geschlossene Veranstaltungen werden nicht zugelassen. Wer hier feiern möchte, sollte einfach möglichst früh da sein, um sich einen Platz zu sichern.

Im Lokal haben Stammgäste offensichtlich Vorrang. Und diese sind erstaunlich bunt gemischt für eine Szenekneipe – von jungen Musikern und Studenten bis hin zu Bankern und einer 85-jährigen Dame, die fast jeden Abend dabei ist: „Leute, die sonst niemals aufeinander treffen würden“, so Betreiber Filip Černý.

Auch er ist nicht so, wie man sich einen erfolgreichen Gastwirt vorstellt. Als wir uns im Biergarten des Bavarese, seinem gegenüberliegenden Restaurant, treffen, wirkt Černý locker und bodenständig. Heute früh hat der gebürtige Prager sein Lokal selbst gereinigt, weil die Putzfrau krank geworden ist. „Ein Mädchen für alles, das ist der Gastronom. Da muss man mal Hausmeister sein, mal Putzfrau; manchmal bin ich der Schankkellner, manchmal bin ich der Kellner, manchmal der Spüler“, erklärt er mit einem Lächeln. Weiterlesen

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Die Prager Schaltstelle für Film: Eva Přibylová

Film ist einer der Schwerpunkte im Tschechischen Zentrum. Bereits seit vierzehn Jahren werden alljährlich die aktuellsten Spielfilme bei der Tschechischen Filmwoche in München präsentiert.

Außerdem wird im Arena Filmtheater München jeden ersten Mittwoch des Monats ein tschechischer Spiel- oder Dokumentarfilm gezeigt, so zum Beispiel im November der Film „Swingtime“ von Jaromír Polišenský. Wie viel Arbeit jedoch dahinter steckt, tschechische Filme in ausländische Kinos zu bringen, das sieht man meistens nicht. Eine, die das aber sehr genau weiß, ist Eva Přibylová. Sie arbeitet als Koordinatorin für Filmprojekte in der Prager Zentrale der Tschechischen Zentren. Das bedeutet, dass sie nicht nur die Tschechischen Zentren zum Beispiel in Budapest oder Bukarest in Sachen Film berät, sondern auch die Botschaften, Konsulate und andere tschechische Einrichtungen im Ausland.

Eva Přibylová

Eva Přibylová

Etwa dreißig bis vierzig Filme werden pro Jahr in der Tschechischen Republik produziert, wobei aber nur etwa drei oder vier davon wirklich gut sind, erklärt Eva Přibylová. Obwohl sie an keiner Filmakademie studiert hat, kennt sie sich in der tschechischen Kinematografie wie kaum ein anderer aus. Als Filmkoordinatorin kümmert sie sich um alles, was notwendig ist, damit der gewünschte Film (Spiel-, Dokumentar-, Kurz-, Zeichentrickfilme) erfolgreich im Ausland gezeigt werden kann. Sie spricht Empfehlungen aus, verhandelt die Filmvorführungsgebühren, überprüft, in welchem Format der Film vorhanden ist oder welche Untertitel benötigt werden. Es verwundert daher nicht, dass sie an einem normalen Arbeitstag vor allem telefoniert und E-Mails schreibt. Weiterlesen