Ein Tag im Märchenwald

Eine deutschsprachige Filmadaption des tschechischen Märchens „O Smoličkovi“ wird gerade in Bayern produziert.  Schaufenster Tschechien war am Set und berichtet über die magischen Dreharbeiten.

„Hol‘ den Wolf-Schwanz, und bitte schnell“, flüstert jemand in ein Walkie-Talkie.  Eigentlich sollte mir diese Aufforderung komisch vorkommen, aber heute ist kein normaler Tag. Ich bin am Jexhof im Kreis Fürstenfeldbruck, nicht weit weg von der bayerischen Landeshauptstadt, und habe, wenn ich mich nicht irre, gerade drei der sieben Zwerge gesehen.

Es ist der letzte Tag der Dreharbeiten für den neuen deutsch-tschechischen Märchenfilm Vom Smoliček. Die Sonne scheint und ein Zauber liegt in der Luft. Nur die Bitte, dass Rotkäppchen in den Schatten gehen solle, wenn die Szene zu Ende ist, holt mich wieder zurück auf den Boden der Tatsachen, denn bei den Brüdern Grimm musste das Mädchen ja nie an Sonnenschutz denken.

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Neue Freunde für den Smoliček | (c) Antana Film

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Ein deutsch-tschechisches Märchen

Ein Interview mit der Drehbuchautorin Lucie Lechner, deren deutschsprachige Adaption von Božena Němcovás Märchen  „O Smoličkovi“  (dt.: „Vom Smoliček“) gerade verfilmt wird.

Es hätte eigentlich gar keinen Film geben sollen. Lucie Lechner wollte ursprünglich nur ein Märchen in der Heimatsprache ihrer Eltern vorlesen. Sie fragte ihre Mutter nach einem guten Textvorschlag und suchte sich dann einfach die kürzeste Erzählung aus Božena Němcovás Pohádky (dt.: Märchen) aus.

Doch als sie anfing, für diesen geplanten Audiobeitrag zu üben, war ihr Kopf plötzlich voll von Bildern aus dem Märchen, das sie so bedenkenlos gewählt hatte. O Smoličkovi (dt.: Vom Smoliček) – die Geschichte eines kleinen Jungen, der zusammen mit einem Hirsch im Wald wohnt und eines Tages seine Neugier über die Außenwelt nicht mehr im Zaum halten kann – ließ sie seitdem nicht mehr los. Wie Lechner es erklärt, war die Entstehung ihres Drehbuches ein ziemlich organischer Prozess: „Ich habe mir jeden Abend die Zeit genommen, mich ins Schlafzimmer verkrümelt und meinen Text gelesen. Es war dann plötzlich, dass der Smoliček im Schlafzimmer rumgerannt ist, und ich gedacht habe, das geht nicht, das ist jetzt keine Audio mehr, da ist ja ein Film. Er [Smoliček] hat mich einfach an der Hand genommen und abgeholt.“

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Der kleine Smoliček (Jakob Jilka) allein daheim | (c) Christian Müller www.christianmueller.org

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